Wie pflege und mähe ich meinen Rasen richtig?

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Nützliche Tipps für einen schöneren Rasen. Von der Ansaat bis zum Mähen.

Wer möchte nicht einen perfekten Rasen in seinem Garten haben ?

Ein Rasen muß so Einiges aushalten. Fußball spielende Kinder, ein Planschbecken das tagelang auf der selben Stelle steht, Grillpartys, stundenlanges Sonnenbaden im Sommer auf der Decke, Überfahrten mit schwer beladenen Schubkarren, Herbstlaub oder extreme Wetterschwankungen. Das alles strapaziert und belastet einen Rasen ungemein.

Grundlage für einen schönen Rasen – die richtige Erde !

Ein schöner Rasen ist das Aushängeschild für jeden Gartenbesitzer. Dies aber kommt nicht von allein.

Schon beim Anlegen des Rasen wird oft viel verkehrt gemacht. Grundsätzlich fängt die Rasen-Neuanlage mit der richtigen Erde an. Der ideale Unterbau für einen Rasen ist sandiger Lehmboden, oder humoser, lehmiger Sandboden. Hierzu muß bei zu sandigen Böden organische Masse (Rindenhumus, humose Gartenerde, Kompost), bei zu lehmigem Boden oder bei stark humosen Böden gewaschener kalkfreier Sand (z.B. Quarzsand) beigemischt und eingearbeitet werden. Die Erdschicht sollte ca. 30 cm in der Tiefe betragen. Es ist ratsam die Erdschicht gleichmäßig  zu verteilen damit sie später nicht ungleichmäßig nachsackt.  Empfehlenswert ist es 2 Wochen zu warten bevor man den Rasen ansät, damit die Erdschicht genügend Zeit hat sich zu setzen. Dies läßt sich auch umgehen, in dem der Boden vor dem Ansäen mit einer Gartenwalze leicht verdichtet wird. Übrigens, wenn vor dem Ansäen, oder noch besser schon beim Verteilen der Erdschicht die größeren Steine entfernt werden, ist die Wahrscheinlichkeit wesentlich geringer, daß es bei den ersten Mähdurchgängen kracht und evtl Schäden am Mäher oder Glasscheiben entstehen, durch umherfliegende Steine. Zudem wurzelt der Rasen gleichmäßiger, wenn dies nicht durch größere Steine behindert wird.

Wann säe ich meinen Rasen an ?

Der beste Zeitpunkt um Rasen anzusäen ist ab Mitte September. Zu dieser Zeit versorgt die Natur den keimenden und wachsenden Rasen besser mit Feuchtigkeit  und die Sonne hat noch genügend Kraft um den Boden aufzuheizen. Zum optimalen Keimen braucht der Rasen mehr als 10°C.  Der Herbst ist grundsätzlich die besser Zeit hierfür da weniger Pollen in der Luft unterwegs sind. Je weniger Pollenflug, desto weniger keimt und wächst gleichzeitig mit dem Rasen das Unkraut.

Welchen Rasensamen brauche ich für meine Bedürfnisse ?

Ein ganz entscheidender Faktor wie Ihr Rasen später aussieht und wächst ist die Wahl des richtigen Grassamen. Dabei ist zu beachten, daß der Preis meist ein Indikator für Qualität ist. Das heißt, besonders billig ist in der Regel gleichzusetzen mit minderwertiger Qualität und daraus resultierend mit mehr Arbeit und Pflege des Rasens im Nachhinein. Davon abgesehen daß die Optik des Rasens bei Billigsaatgut  nicht die Erwartungen erfüllt. Wer im Baumarkt oder Gartenfachhandel vor dem Regal mit Rasensamen steht hat bestimmt schon mal die Bezeichnung „Berliner Tiergarten“ gelesen.  Diese Bezeichnung ist keine geschützte Markenbezeichnung für eine Rasensamen-Mischung. Genau deshalb mischen viele Billig-Anbieter Saatgut mit bei was genau genommen gar nicht als Rasen bezeichnet werden dürfte. Hierzu werden oft preiswerte Gräsersorten aus der Landwirtschaft verwendet, die dort als Futtermittel Verwendung finden. Diese wachsen sehr stark, da sie auf hohen Ertrag gezüchtet wurden und bilden keine dichte Grasnarbe. Was letztendlich dazu führt, daß sich in den Lücken im Rasen schnell Unkraut ansiedelt und dort, weil es mehr Licht abbekommt,  auch besser wachsen kann als bei einer dichten Rasendecke.

Hochwertige Rasensamen wachsen langsamer und dichter und haben eine hohe Trittfestigkeit und eine gute Ausläuferbildung. Da Rasensamen immer Mischungen von verschieden Gräserarten sind ist das Mischungsverhältnis ganz entscheidend für den Verwendungszweck. In der Regel enthalten speziell gezüchtete Rasensorten höchsten drei bis vier Gräserarten : Deutsches Weidelgras (Lolium perenne, sehr belastbar,  Rot- Schwingel (Festuca rubra, feines Blatt, verträgt auch tiefen Schnitt),  Wiesen-Rispe (Poa pratensis, dichter Wuchs, belastbar) und Straußgras (Agrostis, veträgt Nässe, treibt Ausläufer). Der Anteil an Deutschem Weidelgras ist bei Strapazierrasen auf Grund der höheren Belastbarkeit deshalb wesentlich höher als vergleichsweise beim Zierrasen. Dieser hat mehr Anteile an feinblättrigen Arten wie z.B. Rot-Schwingel.

Der Preisunterschied zwischen „Beliner Tiergarten“ und Rasensamen-Mischungen der Markenhersteller hat einen einfachen Grund : Gräsersamen für die Landwirtschaft werden in großen Mengen umgesetzt, während die Flächen auf denen richtiger Rasensamen zum Einsatz kommt dazu vergleichsweise klein sind. Daher sind die Kosten für die Entwicklung neuer Rasensorten pro verkaufter Verpackungseinheit wesentlich höher. Aber die Investition ich echtes Rasensaatgut rechnet sich, denn man muß später wesentlich weniger Geld, Zeit und Arbeitsaufwand investieren zur Bekämpfung von Unkraut und das Ausbessern oder Auffüllen von Kahlstellen durch Nachsaat.

Rasensamen oder Rollrasen ?

Ob beim Anlegen eines neuen Rasens besser Saatgut oder ein Rollrasen verwendet wird ist eine Frage des Geldbeutels. Die Verlegung eines Rollrasens geht ratzfatz und man hat in nullkommanix das gewünschte Grün vor der Terrasse.  Wer allerdings schnell seinen Wunschrasen haben will, muß tiefer in die Tasche greifen. Der Quadratmeter Rollrasen kostet bedeutend mehr als das Rasensaatgut für die gleiche Fläche. Rechnet man den Arbeitsaufwand für beides dazu, spart man sich mit dem Ansäen eines Rasens doch meist viel Geld gegenüber dem Aufwand für das Verlegen eines Rollrasens.

Wie säe ich meinen Rasen richtig an ?

Wenn nach dem Neubau eines Hauses der Rasen angelegt werden soll, ist es ratsam den durch Baumaschinen verdichteten Boden erst mit einer Gartenhacke zu bearbeiten und evtl. gleich Sand in den Boden mit einzuarbeiten.  Am besten arbeiten Sie den Boden einmal in Längs- und einmal in Querrichtung durch. Besteht die Möglichkeit nicht, dies mit einer Motor-Gartenhacke zu erledigen so muß der Boden erst mindestens spatentief umgegraben werden. Danach müssen grobe Erdbrocken zerkleinert werden und anschließend mit einem Rechen fein verteilt werden.  Schneller als mit einem Rechen geht dies mit einer Gartenfräse, die man sich evtl. bei div. Verleihfirmen leihen kann. Weitere Tipps zur richtigen Erde und zu vorbereitenden Arbeiten wurden zu Anfangs erwähnt.

Ist der Boden nun so glatt als möglich geebnet und frei von größeren Fremdkörpern wie Steinen, Wurzelwerk , Unkraut etc. kann eigentlich angesät werden. Mit einem Streuwagen geht es am Einfachsten, denn damit kann die Streumenge dosiert werden. In weiser Voraussicht, daß dieser auch später einmal eingesetzt wird zum Ausbessern von Kahl-Stellen zum Beispiel, macht es Sinn sich nicht den allerbilligsten zu kaufen. Denn wenn nach kurzer Zeit schon die Hartplastik-Räder ausbrechen oder die Streumengenverstellung sich in Wohlgefallen auflöst ist Ärger vorprogrammiert. Streuwägen der besseren Sorte fangen zwar erst bei ca. 60,- € aufwärts an, aber man hat dann meist über viele Jahre ein Werkzeug das dann funktioniert wenn man es braucht. Und so sollte es doch sein. Im Übrigen haben qualitativ gute Streuwägen oft auch größere Räder, die den Vorteil haben, daß beim Nachsäen oder Düngen von bereits bestehenden Rasenflächen die Austrittsöffnung des Streuwagens nicht, oder je nach Grashöhe nur kaum die Grashalme berührt. Denn das Rasendüngen wird von vielen Rasenbesitzern gerne Vormittags bei noch feuchtem Rasen erledigt. Denn bei feuchtem Rasen sieht man besser die Spur, die die Räder des Streuwagens kurzzeitig hinterlassen, wodurch man überlappendes Streuen und damit einhergehende Überdüngung oder zu ungleichmäßiges Säen vermeiden kann. Was bei nassem oder noch feuchtem Rasen passiert, wenn dieser an der Austrittsöffnung des Streuwagens streift kann man sich vorstellen. Das Saatgut und der Dünger verkleben. Ein ungleiches Streuergebnis oder ein Verstopfen der Öffnung ist die Folge. Dies kann vermieden werden wenn schon beim Kauf eines Streuwagens darauf geachtet wird.

Vor Beginn des Säens darauf achten daß die richtige Streumenge eingestellt ist. (Sollten Sie hierzu Grassamen (oder Dünger) und einen Streuwagen der Fa. Wolf-Garten verwenden, ist das Einstellen des Streuwagens kinderleicht. Auf jeder Packung ist die Streumengeneinstellung zum entsprechenden Streuwagen angegeben.) Beim Sävorgang immer parallel zur vorhergehenden Spur fahren. Um ungleiches Säen zu vermeiden sollte  dabei nur sehr wenig überlappend gesät werden. Das heißt, wenn Sie schon eine Bahn Samen ausgebracht haben, setzen Sie den Streuwagen am besten so an, daß ein Rad des Streuwagens direkt innen neben der Spur der bereits gefahrenen Bahn liegt. Dies gilt auch beim späteren Düngen. Ist der Rasensamen ausgebracht wird dieser mit einem Rechen ganz leicht ins Erdreich eingearbeitet. Dabei sollte beachtet werden das der Samen nicht tiefer als 1 cm in der Erde liegt.  Gras gehört nämlich zu den Lichtkeimern. Liegt der Samen zu tief in der Erde, kann er nicht oder nur schlecht keimen.  Der Boden sollte danach nicht geglättet werden, da ein aufgerauter Boden das Wasser besser aufnehmen kann und die jungen Pflanzen besser keimen können.  Wenn Sie allerdings nur partiell nachsäen um schadhafte Stellen im Rasen auszubessern, ist es von Vorteil diese Stellen danach mit einer dünnen Schicht Torf abzudecken. Damit vermeiden Sie daß Heerscharen von Vögeln diese wegpicken. Und nach dem Beregnen dieser Stellen sehen Sie auch besser, ob es wieder an der Zeit ist zu Wässern. Denn Torf wird sehr dunkel wenn er naß wird. Somit findet man die Stellen an denen nachgesät wurde leichter im Rasen wieder um zu kontrollieren ob der Rasen keimt und ob Wassernachschub von Nöten ist.

Was ist zu beachten nach dem Säen des Rasens ?

In den ersten drei bis vier Wochen ist es wichtig daß Sie den Rasen gut feucht halten. Sobald der Samen keimt darf er nicht mehr austrocknen. Geschieht dies ist der Keimling tot. Also unbedingt darauf achten ,daß regelmäßig und vor allem gleichmäßig gewässert wird. Die Rasenfläche sollte in dieser Zeit nach Möglichkeit nicht betreten werden.  Die jungen Pflänzchen sind sehr empfindlich und vertragen es nur schlecht wenn der Boden plötzlich verdichtet wird. Frisch angesäter Rasen braucht im Schnitt je nach Mischung, Witterung und Bewässerungsgrad ca. 6 – 8 Wochen bis er das erste mal gemäht werden kann. Der einzelne Grashalm sollte jedoch schon mindestens ca. 8 – 10 cm lang sein vor dem ersten Rasenschnitt.

 Die richtige Pflege eines Rasens fängt beim Mähen an.

Um einen schönen, dichten und sattgrünen Rasen wie im Fußballstadion auch im eigenen Garten zu bekommen muß man sich selbstverständlich regelmäßig um die Pflanzen kümmern. Von Vorteil für den Rasen ist es diesen häufig, aber mit vergleichsweise geringem Aufwand zu pflegen. Das kostet Sie nicht viel Zeit und Mühe,  macht sich aber rasch positiv bemerkbar. Eine gelegentliche Intensivpflege ist sicherlich nicht verkehrt, bringt aber auf Dauer nicht wirklich viel. Wer also des öfteren schon neidisch Nachbars Rasen beäugt hat und sich gefragt hat wie das zu erreichen ist, sollte folgende Tipps beherzigen…

Eine Selbstverständlichkeit sollte das regelmäßige Rasenmähen sein. Das Mähen fördert die Bildung von Seitentrieben. Dadurch wird der Bewuchs dichter und der Rasen wir allgemein unempfindlicher gegen Trittbelastung und Austrocknung. Durch eine dichte Rasendecke dringt weniger Licht auf den Boden, was es Rasenfilz und Moos erschwert im Garten Fuß zu fassen.  Zudem kann dadurch der Boden in den Sommermonaten die Feuchtigkeit besser halten. Grundsätzlich gilt die Devise : Nie mehr als die Hälfte der Halm-Länge kürzen. Alles unter 4 cm Schnitttiefe ( im Sommer 5 cm ) ist dem Rasen auf Dauer nicht zuträglich. Denn fast alle gängigen Gräser-Sorten im Rasen bilden erst ab einer Halm-Länge von 3,5 – 4 cm Seitentriebe. Mäht man den Rasen kürzer wird er durch fehlende Seitentriebe der einzelnen Grashalme natürlich kahler und freiliegende Graswurzeln sterben ab. Dies macht es allen Unkrautpollen die tagtäglichi so durch die Luft schwirren wesentlich leichter sich im Rasen anzusiedeln und zu wachsen, weil mehr Platz dafür da ist. Im Klartext heißt dies, ein permanent kurz gehaltener Rasen ist ideal um Unkraut im Rasen sprießen zu lassen. Zudem ist es erwiesen, daß wenn man Gras so kurz mäht daß keine Seitenausläufer mehr vorhanden sind, der einzelne Halm ums Überleben kämpft und dadurch schnell in die Höhe wächst. Erst ab der Wuchshöhe, ab der dann Seitentriebe gebildet werden, wird mehr Energie in den Breitenwuchs als in den Höhenwuchs aufgewendet. Ab dieser Phase verringert sich das Wachstum fast um die Hälfte.

Übrigens, wenn Unkraut wie Löwenzahn, Gänseblümchen, Klee etc. im Rasen Überhand nimmt, muß nicht immer zwangsläufig Chemie zur Vernichtung oder Reduzierung eingesetzt werden. Wenn dies der Fall ist, lassen Sie Ihren Rasen einfach etwas höher wachsen (7 bis 9 cm) und mähen ihn zweimal die Woche (was ideal wäre) und kappen dabei immer nur 1 bis 2 cm. So verringern Sie auf biologische Weise Ihr Unkraut. Denn durch einen dichten Rasen und zu wenig Licht geht der Großteil der Unkräuter ein.  Dies braucht allerdings Geduld. Das passiert nicht von Heute auf Morgen. Bei hartnäckigen Fällen führt allerdings an einem Unkrautbekämpfungsmittel wahrscheinlich kein Weg vorbei.

Hier gibt es in Fachgeschäften eine große Auswahl an genau auf die jeweiligen Pflanzen abgestimmte Mittel. Denn ein Wundermittel für alles gibt es nicht. Außer man greift zu radikaler Chemie. Dann ist aber dar Rasen auch futsch. Lassen Sie sich hierbei von einem Fachmann oder Landschaftsgärtner beraten.

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